1. Buch: Drachenfeuer

Nein, ich habe mir dieses Buch nicht gezielt ausgesucht. Ich brauchte ein Buch aus der Kategorie “Klassiker-Fantasy” und das erste Buch, das mir in den Sinn kam war “Herr der Ringe”, aber da gibt es für die Ausgabe meines Schwiegersohnes noch eine Warteliste von Lesewütigen und so habe ich bei mir im Regal (noch in Folie gepackt auf dem Trödelmarkt erstanden) von Holbein Drachenfeuer entdeckt.

Drachenfeuer – W. und H. Hohlbein

Und da Drachenreiterin auf dieses Buch wartet, habe ich dieses als erstes für mich ausgewählt, um es dann an sie weiter zu geben.

Das Buch hat mich begeistert. Der Anfang ist schon gleich sehr schön geschrieben. Der Hauptdarsteller, ein zwölfjähriger Junge namens Chris, ist sauer und frustriert und man sieht ihn vor sich, kann sich seinen Gesichtsausdruck vorstellen und fühlt gleich mit ihm mit.

Chris hatte sich darauf gefreut auch diesen Sommer wieder seine Ferien auf dem Frachtkahn seines Onkels zu verbringen, statt dessen ist er nun in Irland und fühlt sich wie nach Sibirien verbannt – er ahnt ja noch nicht, dass es der Sommer seines Lebens werden wird.

Gleich am ersten Tag passiert nämlich Ungewöhnliches: Er sieht in einem See eine “uralte mächtige Stadt mit gewaltigen steinernen Wällen und trutzigen Türmen” und trifft kurz darauf auch noch einen Gnom oder Kobold, der ihm die Zunge rausstreckt.

Ich denke nur “ach, nein, was tue ich mir hier an”, aber das währt nur einen ganz kurzen Moment.

Chris fragt sich, ob er den Verstand verloren hat…

Doch dies ist erst der Anfang. Immer tiefer dringt er ein in eine andere Welt, die sich zunächst noch mit der Realität vermischt, bevor er dann ganz in sie versinkt.

Unser Held stolpert aber natürlich nicht ohne Grund in die andere Welt oder Wirklichkeit, sondern hat seine Aufgabe hier.

Das Buch ist ein Jugendbuch und ich frage mich, für welches Alter ich es empfehlen würde, komme aber zu keinem Ergebnis. Stellenweise ist es schon sehr grausam und es gibt viele Tote. Es gibt auch traurige Szenen z.B. mit einem verletzten Einhorn, dem unser Held beim Sterben zusehen muss.

Die Entscheidungen, die Chris im Verlaufe seines Abenteuers zu treffen gezwungen wird, sind für mich nicht immer ganz schlüssig, aber das Buch nimmt so immer wieder eine überraschende Wende.

Seine Rückkehr in die reale Welt und das Ende haben mir ausgesprochen gut gefallen.

Ok, von der Vielfalt der Wesen, die ihm dort begegnen fühlte ich mich manchmal etwas überfordert, aber das Buch ist so spannend geschrieben, dass es mich sehr schnell gepackt und gefesselt hat und ich bin froh, dass es mir in die Finger gefallen ist.

Ich habe das Buch in 4 Tagen verschlungen.

Weissewolke

Junge aktive Oma, die bei ihren Wohnmobilreisen viel Zeit zum Lesen hatte. Das Wohnmobil ist gegen einen Kleingarten eingetauscht und die Mußezeit weniger. Trotzdem freut sie sich immer über ein schönes Buch. Angesteckt von der Klassik-Challenge möchte sie euch an ihrer eigenen teilhaben lassen.

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